Siegfried Aarons Vater Leeser Aaron betrieb ein gut gehendes Haushaltswarengeschäft auf der Friedrichstraße in Velbert, seine Mutter Helene war bis 1908 Vorsitzende im jüdischen Frauenverein. Siegfried Aaron studierte Jura in Bonn, Münster und Heidelberg und promovierte im Jahre 1913. Im Ersten Weltkrieg wurde Siegfried Aaron als Unteroffizier mit dem EKII ausgezeichnet. Anfang der 1920er Jahre heiratete er Ida Weyl aus Jülich. Das Ehepaar bekam drei Kinder: Lotte, Richard Otto und Ludwig. Die Familie lebte in der Moltkestr. 20, wo sich auch Aarons Kanzlei befand. Später zogen sie in die Berliner Str. 5, 1936 in die Adolf-Hitler-Str. 93. Zwischen 1922 und 1937 war Siegfried Aaron Vorsitzender der Repräsentanz der Synagogen-Gemeinde Elberfeld. Im Dezember 1937 emigrierte die Familie nach Holland. Aufgrund Siegfried Aarons Mitgliedschaft in der „Bergischen Loge“ des B’nai B’rith entzogen die Behörden ihm und seiner ganzen Familie in Abwesenheit die deutsche Staatsbürgerschaft sowie seinen Grundbesitz Moltkestr. 20, die Universität Heidelberg erkannte ihm am 28.5.1940 Doktortitel ab. In den Niederlanden lebte die Familie in Zutphen. Die Eheleute Aaron und Sohn Ludwig wurden am 12.11.1942 verhaftet und am 1.2.1944 in das KZ Bergen-Belsen deportiert, wo seine Frau am 31.3.1945 ermordet wurde. Siegfried Aaron wurde am 10.4.1945 in das KZ Theresienstadt verschleppt, von dort weiter in das KZ Schipkau, wo er am 18. 4.1945 ermordet wurde.
Literatur und Quellen:
Bundesarchiv (Hg.): Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Koblenz 1986 (https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833302)
Mauss, Susanne: „Nicht Zugelassen“ Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 52-55
Dieter Stüber, Erinnern und Gedenken gegen Vergessen und Verdrängen, Die Schicksale der jüdischen Familien in Haltern am See von 1925 bis 1945; 2. Auflage, Haltern 2017
Gregor Husmann, Jüdische Familien in Haltern und aus Haltern – eine offene Spurensuche; 2020
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979
Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest, Gedenkbuch 1983
Kommentare
Kurzbiographie
https://biografien.erinnerungsort.hs-duesseldorf.de/person/siegfried-aar...
Dr. Siegfried Aaron aus Wuppertal
11.01.1887 Wuppertal – 18.04.1945 Tröbitz/Schipkau
Siegfried Aarons Vater Leeser Aaron betrieb ein gut gehendes Haushaltswarengeschäft auf der Friedrichstraße in Velbert, seine Mutter Helene war bis 1908 Vorsitzende im jüdischen Frauenverein. Siegfried Aaron studierte Jura in Bonn, Münster und Heidelberg und promovierte im Jahre 1913. Im Ersten Weltkrieg wurde Siegfried Aaron als Unteroffizier mit dem EKII ausgezeichnet. Anfang der 1920er Jahre heiratete er Ida Weyl aus Jülich. Das Ehepaar bekam drei Kinder: Lotte, Richard Otto und Ludwig. Die Familie lebte in der Moltkestr. 20, wo sich auch Aarons Kanzlei befand. Später zogen sie in die Berliner Str. 5, 1936 in die Adolf-Hitler-Str. 93. Zwischen 1922 und 1937 war Siegfried Aaron Vorsitzender der Repräsentanz der Synagogen-Gemeinde Elberfeld. Im Dezember 1937 emigrierte die Familie nach Holland. Aufgrund Siegfried Aarons Mitgliedschaft in der „Bergischen Loge“ des B’nai B’rith entzogen die Behörden ihm und seiner ganzen Familie in Abwesenheit die deutsche Staatsbürgerschaft sowie seinen Grundbesitz Moltkestr. 20, die Universität Heidelberg erkannte ihm am 28.5.1940 Doktortitel ab. In den Niederlanden lebte die Familie in Zutphen. Die Eheleute Aaron und Sohn Ludwig wurden am 12.11.1942 verhaftet und am 1.2.1944 in das KZ Bergen-Belsen deportiert, wo seine Frau am 31.3.1945 ermordet wurde. Siegfried Aaron wurde am 10.4.1945 in das KZ Theresienstadt verschleppt, von dort weiter in das KZ Schipkau, wo er am 18. 4.1945 ermordet wurde.
Literatur und Quellen:
Bundesarchiv (Hg.): Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Koblenz 1986 (https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833302)
Mauss, Susanne: „Nicht Zugelassen“ Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 52-55
Autor: Lee, Donghyun
Aaron Siegfried
Aaron Siegfried
Veröffentlicht vonFranz-Josef Wittstamm
Siegfried Aaron
* 11.1.1887 in Velbert; +19.4.1945 in Schipkau
Vater Leeser Aaron *9.2.1858 in Mintard; Kaufmann, Haushaltswaren; +24.9.1928 in Velbert
Mutter Helene Isaac *23.10.1865 in Velbert; Vors. Jüd. Frauenverein +8.7.1924 in Velbert
Geschwister
Margarete Aaron *23.1.1889 in Velbert; oo Seligmann
Hedwig Aaron *12.7.1895 in Velbert; oo Moses Hess; + 26.2.1943 Auschwitz
Theodora Aaron *15.6.1897 in Velbert; oo Stein
Else Aaron * 31.1.1899 in Velbert
Beruf Jurist, Dr. jur.; Rechtsanwalt in Wuppertal
Adressen Velbert; Jülich; Wuppertal-Elberfeld, Moltkestraße 20, Adolf-Hitlerstraße 93; Zutphen, Heeckerenlaan 62
Heirat 4.8.1920 in Jülich Ida Weyl *13.11.1892 in Jülich; +31.3.1945 in Bergen-Belsen; ihr Großvater Anshel Weyl stammte aus Haltern;
Ida Weyl ist die Großcousine von Fritz Weyl *28.10.1887 in Elberfeld; + 25.5.1945 in Tröbitz
Kinder
Lotte Aaron *11.6.1921 in Elberfeld; oo19.5.1943 in Amsterdam Ludwig Heijmann, Jurist (31.1.1902 Essen – 22.1.1945 Bergen-Belsen)
Richard Aaron *15.3.1924 in Elberfeld; 3.10.1942 Westerbork; +28.2.1943 in Auschwitz
Ludwig Aaron *15.10.1928 in Wuppertal; einzig Überlebender; +19.12.2008 Amsterdam
Weiterer Lebensweg
26.10.1907 Immatrikulation Jura-Studium in Bonn; weitere Orte: Münster, Heidelberg
1910 von Bonn nach Velbert; nach Elberfeld
Promotion in Heidelberg
Referendariat am Oberlandesgericht Köln
1914-1918 Unteroffizier, EK II
1919 von Elberfeld nach Velbert; nach Münster
1922 und 1937 Vorsitzender der Repräsentanz der Synagogen-Gemeinde Elberfeld
Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit als Mitglied der Bergischen Loge B’nai B‘rith
1933 Wuppertal Moltkestr.20; Berliner Str. 5
Dez. 1937 Emigration mit der Familie in die Niederlande („Küstennähe“, vermutlich Den Haag)
28.5.1940 Aberkennung des Doktortitels durch die Universität Heidelberg
8.9.1940 Umzug nach Zutphen
1.4.1942 Rechtsberater für ausländische Juden für die SG Zutphen
12.12.1942 Deportation ins Sammellager Westerbork
14.12.1942 Sohn Richard schreibt Brief aus Birkenau an J. Cohen in Zutphen
1.2.1944 Transport nach Bergen-Belsen, Sternlager
31.3.1945 Ehefrau Ida stirbt in Bergen-Belsen
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
19. + 20.4.1945 Halt für zwei Tage in Schipkau – Irrfahrt des verlorenen 3. Transportes
19.4.1945 Tod in Schipkau
Beerdigt an der Bahnlinie Senftenberg-Schipkau, 350m vor der Überführung bei Schipkau über die Reichsautobahn Dresden-Berlin
26.6.1945 Sohn Ludwig Aaron zurück in Zutphen
Gedenken
Namenstafel auf dem Friedhof in Tröbitz
Quellen
https://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/person/aaron
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Aaron&s_firstName=Siegfried&s_place=&s_dateOfBirth=&cluster=true
Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945
S. Laansma, De Joodse gemeente van Zutphen (Zutphen 1977) 70
https://www.uni-bonn.de/einrichtungen/universitaetsverwaltung/organisationsplan/archiv/universitaetsgeschichte/juedische-studierende-a
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833302
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833170
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833274
https://collections.arolsen-archives.org/archive/130249441/?p=1&s=Aaron%20Siegrid&doc_id=130249441
https://collections.arolsen-archives.org/archive/130249437/?p=1&s=Aaron%201928&doc_id=130249437
https://collections.arolsen-archives.org/archive/130249440/?p=1&s=Aaron%20Richard%201924&doc_id=130249440
Dieter Stüber, Erinnern und Gedenken gegen Vergessen und Verdrängen, Die Schicksale der jüdischen Familien in Haltern am See von 1925 bis 1945; 2. Auflage, Haltern 2017
Gregor Husmann, Jüdische Familien in Haltern und aus Haltern – eine offene Spurensuche; 2020
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979
Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest, Gedenkbuch 1983
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